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Wesen des Amoks

Kenne ich vielleicht die Antwort zu dem Amoklaufproblem? Nachdem ihr diesen Artikel durchgelesen habt, wisst ihr die Antwort.

Alles fing damit an, dass ich an einer Forumdiskussion zu dem Thema „Nun soll Paintball verboten werden” teilnahm. Die Dikussion gestaltete sich sehr vielfältig, manchmal schwierig, hin und wieder sogar beleidigend, doch im Endeffekt kam sie dann doch voran und ich erfuhr immer mehr neue Meinungen. Dabei zog ich viele neue Erkenntnisse, sowohl positive, als auch negative, doch ich hoffe ich kann jetzt das Ganze aus einer etwas anderen Perspektive darstellen.

Fangen wir doch erst einmal ganz von Vorne an. Wir haben in Deutschland ein Amoklaufproblem – zumindest wird uns das von den Politik und den Medien, die sich einander hochschaukeln, eingetrichtert. Es wurden immer wieder neue Regelungen und Gesetzesänderungen erlassen. Das Waffengesetz verstärken, Killerspiele verbieten, über aggressive Musik aufklären – dies waren bisher die Vorschläge. Diese Gesetze sollten die “Hemmschwellensenker” aus Deutschland schaffen. 2004 wurde schließlich Softairsport in Deutschland verboten – zur Empörung von Massen der Sportler, die ihr Hobby über alles geliebt haben und es nun weitgehend aufgeben mussten.

Doch anscheinend hat das nicht gereicht und so will die Regierung jetzt auch Paintball verbieten – ein Mannschaftsspiel, wie jedes andere, das mächtig Spaß macht(ich spreche aus Erfahrung) und ebenfalls eine große Gemeinde in Deutschland gesammelt hat. Der Grund, der dabei angegeben wird ist, “das Spiel würde durch Zielen und Schießen auf lebendige Menschen das Töten simulieren”. Ein Kommentar zu dieser Aussage hat mir besonders gut gefallen. So meinte eine der Teilnehmerinnen, dass sie sich ab jetzt davor hüten würde in der Schule ihre Sitznachbarn mit Erdnüssen zu bewerfen, da sie dabei ebenfalls auf Menschen zielt und “schießt”.

Wie bereits die meisten erkannt haben ist so ein Gesetzesvorschlag wieder ein Akt der Verzweiflung nach dem Prinzip, “wir wissen nicht was zu tun ist, doch wir müssen etwas tun”.

Ich sehe das ebenfalls so, doch ich sehe noch mehr dahinter – die allgemeine Einstellung in Deutschland. Diese kann man in etwa so formulieren: “Gewalt ist böse, weg von Gewalt”. Nun irrt ein Geist durch die Medien – eine Theorie, die auf Studien basiert(von denen sich nahezu alle widersprechen), die uns versichert, dass einige Tätigkeiten und Beschäftigungen die Hemmschwelle für Gewalt senken würden. Dazu gehören die “Killerspiele”, Paintball, Softairsport, Schießsport allgemein, aggressive Musik, Action- und Horrorfilme. Logische Schlussfolgerung – weg damit und Gewalt wird auch gehen. Doch ist Gewalt wirklich immer negativ anzusehen?

Ich gebe ein Beispiel. Ich komme aus einem Land, in dem ein durchschnittliches Monatseinkommen bei 100-150 Euro liegt, wobei dies nur daran liegt, dass es in den letzten 10 Jahren vom wirtschaftlichen Aufschwung profitiert hat. Es ist ein Land, in dem immer noch die Kriminalität die Städte regiert.

Mit 6 Jahren, als ich gerade eingeschult worden bin, hatte ich meine erste blutige Schlägerei – nein ich bin nicht stolz darauf, es ist nur ein Fakt. Ich war ein Musterschüler und trotzdem hin und wieder in körperliche Konflikte verwickelt. Auch wir hatten in der Schule Leute, die einem auf den ersten Augenblick komisch erschienen, doch auch sie ließen sich nie unterkriegen und haben zurückgeschlagen…und wurden aufgenommen.

Es gab KEINE Aussenseiter. Als ich mit 11 Jahren nach Deutschland gekommen bin und hier zur Schule gegangen bin, habe ich viele neue Sachen kennengelernt. Unter anderem was Mobbing ist(ein Mitschüler hat es kläglich 2 Stunden lang versucht mir das zu erklären) und was Aussenseiter sind. Ich fragte meinen Mitschüler damals, warum der Aussenseiter nicht zurückschlägt – seine Antwort war, “weil wir hier so was nicht machen. Man darf keinen schlagen”. Ich fragte ihn, warum der Aussenseiter nicht von anderen Aussenseitern aufgenommen wird – er sagte, er wäre allein. Damals war es für mich eine andere Welt.

Damals ging ich zur Schule, war der einzige Ausländer in meiner Stufe und beherrschte kaum die deutsche Sprache. Ich sollte das nächste Mobbingopfer werden. Ein paar Leute haben versucht mich irgendwie abzugrenzen, indem sie mich nur noch als Russen bezeichnet haben und sich lustig gemacht haben, dass ich nichts verstehe. Eine einzige, blutig geschlagene Lippe, in der großen Pause, bereitete dem Ganzen ein Ende. Nach der Pause kam jeder einzelne von denen zu mir, gab mir die Hand und hat sich für sein Verhalten entschuldigt.

Ich wurde akzeptiert und wenige Monate später, als ich dann bereits einigermaßen gut die Sprache beherrschte, sagte mir einer von den “Mobbern” ich wäre einer der besten Leute, die er je kennengelernt hatte. War diese Gewalt negativ? In meinen Augen nicht. Jahre später habe ich einen weiteren, neuen Begriff kennengelernt – Amoklauf.

In Deutschland hatten wir schon immer Ego-Shooter, Metal, Paintball, Softair, Schützensportler und alles andere, was in den Augen der “Experten” den Amok entstehen lässt. Wir hatten auch Horrorfilme und nicht verschlossene Waffenschränke. Und dennoch schlachten wir uns nicht täglich ab.

Es ist die Wehrlosigkeit, die zum Amok führt. Das jahrelange “Weg von Gewalt” und “Sei ein braver Junge”. Die jahrelange soziale Isolation und Erniedrigung und die absolute Selbstsicherheit der Täter ungestraft davon zu kommen.

Wie löst man das Amokproblem dann wirklich? Zurück zur Gewalt? Zurück zur Primitivität? Ich kann es nicht genau sagen, doch ich wollte verdeutlichen, dass der Mensch immer gewaltätig bleibt. Verbietet ihm die körperliche Gewalt und er wird psychische anwenden, wobei diese dann wieder zur körperlichen führt – im schlimmsten Fall zum Amoklauf.

Ich möchte mich hier nicht als Mensch darstellen, der alleine die Wahrheit gepachtet hat und möchte wissen, was andere dazu meinen!

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