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Wie werde ich Astronaut? Teil 1

Du hast bereits alles ausprobiert?
Du hast den Everest bestiegen, bist ohne Sauerstoffflaschen in den Mariannengraben getaucht, bist mit dem Fahrrad quer durch die Antarktis gefahren und nun bleibt nur eines was du bezwingen willst – die kosmischen Weiten. Es gibt nur zwei Wege wie man von der Erde wegkommt: Entweder wird man Astronaut, oder man kauft sich als Privatperson einen Ticket für den nächsten Flug.

Für das Geld, das Dennis Tito als Erster gezahlt hat, sind bereits viele in den Weltraum geflogen – doch es gibt immer mehr Kunden für die weiteren Flüge, so dass du dich schön in die Reihe stellen solltest und anfangen solltest massiv Geld zu sparen.

Da gibt es aber noch eine Feinheit. Als Passagier mitzufliegen ist schön und gut, doch sein eigenes Raumschiff zu steuern ist viel cooler. Wohl deshalb haben viele Raumfahrer den ersten Weg gewählt.

Ehrlich gesagt könnte man ja versuchen sein eigenes Raumschiff zu bauen, schließlich bauen Menschen ja eigene Aerogleiter. Doch dieser schlichte Gedanke kam bisher niemandem in den Kopf. Ansonsten wäre der Weltraum nun von vorne bis hinten erforscht. Macht nichts! Ab heute wird die Sache laufen!

Doch derjenige, der Astronaut werden will, sollte sein Leben nicht in einem Maßstab von Monaten oder wenigen Jahren sehen. Viel effektiver ist es seinen Traum auf 30-40 Jahre auszulegen und hart daran zu arbeiten. Erst einmal sollte man sich Wissen anschaffen. Raumschiffe sind komplizierte Gefährte und je komplizierter die Technik, desto nützlicher ist ein Ingenieurverständnis.

Die Bildung sollte selbstverständlich auf dem höchsten Niveau sein. Es ist optimal, wenn man ein Pilot ist, ein Ingenieur, oder im Grenzfall zumindest ein Arzt. Agrarwissenschaftler, Choreographen und Buchhalter werden leider noch nicht in die Astronautenmannschaften aufgenommen. Schade eigentlich, denn wer wollte nicht schon immer einen schwerelosen Tanzstil entwickeln?

Die Anwärter für den Astronautenjob sollten, um Erfahrung zu sammeln, erst einmal ein paar Jährchen als Experimentalpiloten, Projektleiter für Weltraumtechnik, oder zumindest in der Flugsteuerungszentrale arbeiten.

Nun ist der erste Schritt vollbracht – du wurdest in die Reihen der Astronauten aufgenommen. Doch das ist immer noch keine Garantie, dass du in den Weltraum fliegst. Viele der Reservisten haben ihr Leben lang vergeblich auf ein Flug gewartet. Doch Zentrifugen, Barokammern, Fallschirmsprünge und Schwerelosigkeit-Simulatoren haben nahezu alle von ihnen erlebt. Das ist doch ein lustiges Leben! Du wirst zum Superman ausgebildet. Doch so ein Leben hat auch seine Gefahren.

Im Jahre 1961 ist der Astronaut Valentin Bondarenko, der zu den Weltraum-Pionieren gehörte, auf tragische Weise umgekommen. Er war gerade mal 24 Jahre alt geworden. Valentin hat ein Training in der Barokammer absolviert. Nach dem Training hat er die medizinischen Sensoren von seinem Körper abgenommen und alle Stellen mit einem Stück Watte, das mit Spiritus getränkt war, desinfiziert. Danach hat er das Wattebällchen weggeschmissen, wobei es auf einem elektrischen Heizkörper gelandet ist. Die Watte, getränkt mit Spiritus hat sofort Feuer gefangen und die ganze Kammer brannte wenige Sekunden später. Das Problem war, dass die Kammer mit Sauerstoff gesättigt war. Die Kleidung von Valentin fing ebenfalls Feuer. Aus dem Inferno konnte er erst wenige Minuten später geborgen werden, denn die Luke zur Kammer hat sich verzogen und hat geklemmt. Die paar Minuten haben ausgereicht, um die ganze Haut von Valentin niederzubrennen. Er starb am Schmerzschock.

Nach diesem Vorfall wurden Projekte von Raumschiffen mit Sauerstoff gesättigten Atmosphären abgesetzt. Würde die sowjetische Regierung diesen Vorfall der Öffentlichkeit freigeben, so wäre möglicherweise den drei amerikanischen Kollegen dasselbe Schicksal erspart geblieben.

So ein Vorfall hat sich am 27 Januar 1967 ereignet. Während der Flugvorbereitung auf der Raumfähre “Apollo” kam es wegen einem Funken zu einem Brand. Während die Astronauten Grissom, White und Chuffy, noch die Flugkontrolle konnten etwas unternehmen.

Von der Entdeckung des Brandes bis zur Bewusstlosigkeit der Mannschaft vergingen gerade Mal 40 Sekunden, während beim Training die Mannschaft die doppelte Zeit für den Ausstieg beanspruchte. Die letzten Worte von Chuffy bei der 13ten Sekunde des Brandes waren “…I’m getting out…”. Doch er kam nicht mehr raus. Alle drei sind erstickt und verbrannt.

Let’s go!

Endlich sind die ermüdenden und gefährlichen Trainingseinheiten abgeschlossen, du hast überlebt und wurdest als flugbereit gemustert.

Beim Start wirst du nur von Männern begleitet – so ist die Tradition. Eine weitere Tradition: Man muss auf die Trägerrakete urinieren, oder zumindest auf die Reifen des Busses, der dich hergebracht hat. Nein, nicht du solltest es machen, du hast ein Raumanzug an – die Startmannschaft macht es für dich, denn ansonsten können die Folgen verheerend sein.

Am 26ten Semptember 1983 fing die Trägerrakete der Raumfähre Sojus-T10 Feuer. Das Automatische Rettungssystem hat nicht funktioniert. Zwölf Sekunden nach dem Auftreten der Flammen wurde das Kommando für die Katapultierung gegeben. Das Modul von Sojus wurde abgeschossen und entwickelte dabei eine Überlastung von 15-18 G. Die Astronauten landeten erfolgreich 4 km weg von der Trägerrakete, die wenige Sekunden nach dem Abschuss explodiert ist.

Beim Start der Fähre Sojus-18/1 kam es zu einer Havarie der dritten Stufe der Trägerrakete. Zum Glück hat das Rettungssystem einwandfrei funktioniert. Die Kapsel wurde abgeschossen, entwickelte 22 G und landete nach einer langen Parabelbahn am Rand eines Abgrunds im Gebiet von den Altay-Gebirgen. Glücklicherweise ist alles gut gegangen und niemand ist zu Schaden gekommen.

Was mit den Insassen der Raumfähre “Challenger” geschah, sahen wohl alle. Das war die größte Katastrophe in der Geschichte der bemannten Flüge: “Challenger” explodierte bei der 74ten Sekunde des Fluges. Alle die zu der Zeit ihr Fernsehgerät eingeschaltet haben, konnten beobachten, wie in dem wolkenlosen Himmel, in der Höhe von 16 Kilometern über dem Boden die Splitter der Rakete, wie bei einem Feuerwerk, in verschiedene Richtungen weggeflogen sind. Sieben amerikanische Astronauten sind dabei ums Leben gekommen.

Daher solltest du nie die Rituale des Startes brechen und das Wichtigste ist, du darfst den traditionellen Spruch “Let’s go” nicht vergessen. Das ist auch ein Ritual.

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