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Leben.Streben.Unterwasserrugby – Das erste Turnier

Nach meinem persönlichen Entschluss mehr zu trainieren und mich selber zu pushen, wurde meine Trainingsanwesenheit öfter und weitgehend intensiver. Mittlerweile konnte ich tatsächlich ganz abtauchen und mitspielen.

Zwar noch nicht so wie die großen, aber es war doch schon wesentlich interessanter dieses 3D Spiel, vergleichbar mit 3D im Kino, denn 3D macht nicht nur Kino interessanter. Eines Donnerstags nach dem Training kam Stephan auf Torsten und mich zu und fragte bestimmend, heutzutage hätte ich es eine rhetorische Frage genannt, „na Jungs, wollt ihr mit nach Geretsried auf die Jugenddeutsche fahren?“

Lachend antworteten wir, gar nicht rhetorisch, ob er das witzig fände und, ob er eigentlich ein Rad ab hätte. Er schaute uns verwundert an, so als ob er gar nicht verstehen wollte, dass wir mit unseren ironischen Aussagen uns über ihn lustig machten.

Er meinte, „glaubt ihr nicht, dass ihr gut genug dafür seid? Ich glaube es jedenfalls. Vielleicht gewinnt ihr nicht den Titel, oder bekommt überhaupt eine Medallie, aber das ist auch nicht das Ziel. Wir denken langfristig, ihr braucht Erfahrung. Nur Erfahrung bringt einen weiter und verbessert einen. Ein guter Spieler zu werden ist Stückwerk.Niemand erwartet von euch, dass ihr alle platt macht. Seid einfach dabei, gebt euer Bestes und lernt, lernt als ginge es in der Schule um Sexualkunde.“

Leicht schmunzelnd und mit einem schrägen Gedanken mehr im Kopf stimmten wir zu und gingen nach Hause. Was Stephan allerdings vergessen hatte zu erwähnen war, dass das Turnier, die DJM, die deutsche Jugend- und Juniorenmeisterschaft, welch imposanter Name, schon nächsten Freitag starten würde. Ich erspare hier die organisatorischen Details und sage nur: Ich danke meinen Eltern.

Also ging es Freitag Nachmittag los. Auf nach Geretsried bei München. Natürlich war ich enorm aufgeregt, ohne Eltern weggehen für mehrere Tage, mit einer Mannschaft auf ein Turnier zu fahren, das kannte ich nur aus dem Fernsehen. Vergleichbar also mit den Abenteuern von TKKG oder wie die ganzen Abenteuer Geschichten doch heißen. So eine Reise, sowas nennt man mit 16 noch eine Reise, ist doch schon viel cooler als mit den Eltern, sagte ich Spaßhalber zu Nico und Torsten als wir mit vollen Tüten aus einem Mc Donalds bei München kamen. Das war natürlich nicht gerade von Vorteil für meine Figur, aber man muss sich ab und an im Leben was gönnen, sonst dreht man durch. Dies is grad für die geeignet, die etwas beleibter sind. Leute, genießt das Leben, nur nicht immer, und nicht immer zu doll. Ansonsten, keep on doing!

In Geretsried angekommen, durfte ich auch gleich erfahren wer wir waren. Wir waren Heilbronn! Alle hassten uns und wir hassten jeden. Das war die Devise. Ich dachte mir, alles klar, liegt auf der Hand, ist eindeutig, es ist Krieg. In jüngeren Jahren war ich noch leicht beeinflussbar und in der mitschwimmen ist leichter als gegen den Strom anzukämpfen.

Als wir lauthals in der Übernachtungsstätte, auch im Volksmundbekannt als Grundschulturnhalle, eintrafen, lernte ich zunächst die übrigen Spielerinnen und Spieler kennen, mit denen wir eine Spielgemeinschaft bildeten. Davon kenne ich nur noch zwei, Simon und Tanja, Simon war Mittelfeldspieler und Tanja Torfrau, eine sehr gute, wie ich hörte. Doch was war ich? Gute Frage sagte ich und wendete mich an Stephan. Du bist der Killer man, der Stürmer, du knallst!

Okay, nach dieser Mega-Ansprache und noch einen Instruktionen zum Spiel und Turnier hieß es schlafen, was alle anderen Mannschaften schon seit zwei Stunden versucht hatten. Irgendwie hat sie unsere Art zu kommunizieren davon abgehalten. Warum? Keine Ahnung. Schlafen wäre eigentlich ganz schön gewesen, hätte mich nicht der Zufall neben Tanja gelegt. Nachdem alle allmählich weggedöst waren fiel mir auf, dass sie noch wach war.

Ich müsste lügen wenn ich sagen würde ich weiß noch wie es dazu kam, aber jedenfalls, hatte ich, in dieser Nacht, neben all meinen noch frische gewonnen Kameraden, meinen ersten One-Night-Stand. Oh mein Gott. Dieses Rugby war ja der Hammer, dachte ich am nächsten Morgen, langsam realisierend, was geschehen war. Was der Sache die Krönung verlieh war, dass ich dachte Tanja wäre so alt wie ich, aber nein, weit gefehlt. Tanja war 19 und machte gerade ihr Abitur fertig. Hoffentlich würde hier nicht der Spruch passen ,,Pech im Spiel, Glück in der Liebe‘‘. So ein Zeug ging mir durch den Kopf als ich das erste Mal ein Turnier betrat.

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