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Ausstieg aus der Nachrichtenwelt

Seit etwa 1-2 Jahren nehme ich keine Nachrichten mehr wahr, das Weltgeschehen geht an mir vorbei. Dabei habe ich einiges verloren und viel dazugewonnen – was genau, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Ägypten, Syrien, Libyen, Eurokrise, Unterstützung Griechenlands, wirtschaftliche Herunterstufung von Europa, die Wulff-Affäre, Wahlen in den Vereinigten Staaten, Neuwahlen des Bundespräsidenten – dies waren die großen Schlagzeilen der vergangenen Monate und sie sind alle an mir vorbeigegangen.

Das grobe Bild, geschweige denn die Details der einzelnen Ereignisse gehörten zu keiner Zeit zu meiner Realität. Meistens habe ich die “wichtigsten” Punkte zu den einzelnen Themen im Gespräch mit meinen Freunden, oder Eltern erfahren. Beinahe jedes Mal muss ich die Reaktion “Wie? Du weißt das nicht??” ertragen. Immer noch. Obwohl es schon seit einer langen Zeit so ist.

Ich habe keine Ahnung was draußen in der Welt vor sich geht und ich kümmere mich nicht darum. Denn diese Entscheidung habe ich vor etwa 1,5 Jahren für mich selbst getroffen – mich nicht mehr zu darum zu kümmern. Die gute Nachricht ist – es geht mir richtig gut, besser als je zuvor. Im Folgenden liste ich die Gründe dafür auf:

1. Ich habe einen klaren Kopf

Hast du dir schon mal überlegt, welchen Wert Weltnachrichten für den einzelnen Menschen tragen? Du wirst zu der Feststellung kommen, dass es gar keinen gibt. Na gut, man kann sich mit seinen Freunden bei einem Bier darüber unterhalten, wenn man gerade kein anderes Thema hat, als Lückenfüller sozusagen. Doch was haben die Nachrichten noch für einen Wert? Wie hilft dir die Nachricht, dass Deutschland x Milliarden Euro in Griechenland reinpumpt? Macht dich diese Nachricht klüger? Nein. Vielleicht erfahrener? Nein. Reicher? Auch nicht. Unglücklicher? Definitiv.

Genau das ist der Punkt. Die einzige Wirkung der Nachrichten ist das Schaffen von unnötigen Sorgen. Und dann erlebe ich tagtäglich wie sich Leute mit rotem Kopf über die “Scheißgriechen” aufregen – Blutdruck bei 200, Puls bei 150. Zu dem Thema habe ich bereits einen kurzen Artikel über Sorgenbewältigung geschrieben.

Der Punkt ist, entweder kannst du Einfluss auf die Situation nehmen, oder nicht. Im letzten Fall ist Demut die Lösung, doch im Fall der Griechen kannst du Einfluss darauf nehmen. Du kannst demonstrieren gehen, oder auswandern, um dieser “unvernünftigen” Wirtschaftspolitik zu entkommen. Keine Lust darauf? Dann sei auf die vorige Lösung verwiesen.

2. Ich spare eine Menge Zeit

Deutsche verbringen beim Wahrnehmen der Nachrichten durchschnittlich 1,5 Stunden Zeit täglich, auch am Wochenende, das heißt circa 45 Stunden monatlich. Rechne dies auf deinen Stundenlohn hoch. Schon bei 10 Euro die Stunde verballert man 450 € im Monat und wenn man die Kosten für Zeitschriften hinzurechnet, dann ganze 500-600. Sieben Tausend Euro im Jahr und damit sind das mehr als doppelt so viel, wie Raucher für Zigaretten ausgeben. Im Angesicht dieser kleinen Rechnung wäre es auch nicht verkehrt Geldersparnis als weiteren Punkt hinzuzunehmen, was ich aber sein lasse.

Sicher, es gibt genug Menschen, die gewisse Nachrichten brauchen. Wenn du an der Börse arbeitest, dann ist es nicht verkehrt sich tagtäglich über die Wirtschaftswelt zu erkundigen. Doch wenn du nicht an der Börse arbeitest, ein Manager bist, oder aktiv in Aktien anlegst, dann sag mir, was dir das Wissen über den laufenden DAX-Kurs bringen soll.

Entspannung ist auch immer ein Argument in diesem Streitthema. Mich persönlich haben Zeitungen nie entspannt, damit habe ich mir lediglich die Zeit vertrieben, was ich auch immer noch, wenn auch selten mache. Der Bauarbeiter vertreibt sich seine Zeit mit der “Bild”, aber ich habe auch Bauarbeiter gesehen, die in ihrer Pause Schach gespielt haben.

3. Ich konzentriere mich auf meine Ziele

Das ist der letzte und wichtigste Punkt, den ich noch aufführen will. Jeder von uns sollte seine definierten, oder auch weniger definierten Ziele haben und seine Gehirnleistung darauf verwenden, Strategien zu entwickeln, die einen diesen Zielen näher bringen.

Bohrt nicht weiter nach, aber ich habe ein starke Vermutung, dass der Nachrichtenfluss von diversen Instanzen zu einem gewissen Grad kontrolliert und gesteuert wird, unter anderem von der Staatsführung. Die belanglosen Nachrichten sollen die breite Masse davon abhalten, sich wirklich wichtige Gedanken zu machen. Wenn dir das zu arg nach Verschwörungstheorie stinkt, dann bringe ich nur ein Beispiel und ich habe bereits viele solcher Unstimmigkeiten gefunden:

Ich habe eines Tages mit meinem Vater seine Rente durchgerechnet. Wir sammelten alle Beiträge, die er gezahlt hat und noch zahlen wird und rechneten dann, was er am Ende im optimalen Fall ausgezahlt kriegt. So hatten wir 2 Werte – Einzahlung und Auszahlung – und berechneten im weiteren Schritt den jährlichen Prozentsatz, der auf seine Beiträge berechnet wird. Wir kamen auf eine ziemlich, ziemlich niedrige Zahl. Dann rechneten wir aus, was er ausgezahlt kriegen würde, wenn er seine Beiträge in die sichersten Anleihen anlegen würde und lagen bei etwa 500 € mehr monatlicher Rentenauszahlung. Vorausgesetzt er geht mit 67 in Rente und erreicht vor seinem Tod das 82. Lebensjahr, sind das etwa 75 000 €, die der Staat irgendwo verschnarcht – bei einem einzigen Bürger. Da aber jährlich circa 800 000 Menschen in Rente gehen, sind das circa 60 Milliarden Euro, die sich irgendwo in Luft auflösen, Jahr für Jahr. Und das ist eine etwas größere Sache, als die Griechenland-Krise und alle würden deswegen auch auf die Barrikaden gehen – nur gibt es da noch so viele “wichtige” Nachrichten.

Viele Grüße

Vadim

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    Genau das Selbe denke ich auch das Ganze deprimiert einen nur. In letzter Zeit kommen viel weniger gute Nachrichten als schlechte. Ich bin mir echt zu schade dafür!

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