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Al Haymon: Manager, Promoter, Pate, Boss

War das der Kampf des Jahrhunderts? Ist es nicht so, dass diese Frage allen Kerlen kommt, die $100 in den Mayweather-Pacquiao PPV-Ticket gesteckt haben und eine Umarmungsorgie als Hauptgericht vorgesetzt bekommen haben?

Das ist jedoch nicht die einzige Frage, die nach diesem Kampf aufkommt. Hier sind einige Unklarheiten:

Wie kommt es überhaupt, dass man 100 Dollar für einen Sitzplatz vor dem Fernseher zahlt, während derselbe Betrag einen Hallensitzplatz für Klitschko/Jennings sichert?

Wieso haben Mayweather und Pacquiao jahrelang verhandelt, bevor sie in den Ring gestiegen sind?

Wieso hat man schon seit Jahren das Gefühl, dass das Boxen einer gut geölten Maschine gleicht, bei der fast jede Form des Zufalls aus dem Weg geräumt wird? Und das obwohl es schon zuvor ein höchst kommerzieller Sport war.

Glasklare Antworten auf diese Fragen gibt es leider nicht, doch man kann zumindest etwas Licht ins Dunkeln bringen, wenn man nach den großen Hintermännern der Boxwelt schaut. Fragt man die Experten nach DEM mächtigsten Mann im Boxen, so hätte man vor 10-15 Jahren gewiss einen Namen erfahren – Don King.

Der Buchmacher, der die Spitze des Boxsports im Sturm erobert hatte, hat sich weltweit einen Namen gemacht und jeder, der auch nur ansatzweise etwas von Boxen gehört hatte, kannte den Mann mit der Starkstromfrisur. Doch auch, wenn sich die Promo-Legende vor einem Jahr zurück im Geschäft meldete, ist die Ära des 83-Jährigen definitiv vorüber.

Sucht man nach dem gegenwärtigen King of Boxing, so ist die Suche oft erfolglos. Und es gibt ihn doch.

Sein Name ist Al Haymon.

Was dieser Mann geschafft hat? Er hat erkannt, dass im Boxen die Zeit angebrochen ist, in der das große Geld nicht in der Halle, sondern in den Medien liegt. Und die Medien liegen ihm zu Füßen. Es steht ihm zum Beispiel offen, Xavier James, den Chef der Sportabteilung bei HBO, einem der größten US-Sender, jederzeit anzurufen und eine Runde mit ihm quatschen. Das können nicht wirklich viele von sich behaupten.

Schnell hat sich der Mann in die Boxorganisationen eingefressen, brach die Regeln nicht, doch beugte sie, wie es ihm passte. Es ist beispielsweise im Boxen untersagt, gleichzeitig als Promotor und als Manager des Boxer aufzutreten. Also hat sich Al Haymon einfach zum Adviser, einem „Berater“ erklärt.

Der Promotor kümmert sich darum, dass der Kampf gut wird, der Manager darum, dass der Boxer das meiste davon trägt. Al Haymon kümmert sich um Beides und kassiert Alles. Floyd Mayweather ließ mal den Spruch fallen, hätte er Al früher getroffen, wäre er jetzt Milliardär.

Daher hat es auch so lange mit dem Kampf von Pacquiao und Mayweather gedauert. Das Internet musste für die $100-PPV erst reifen.

Wie Haymons System funktioniert? Nehme einen starken Boxer unter deine Fittiche, gebe ihm so schwache Gegner, wie du sie nur finden kannst und mache den Kampf zu einer Meisterschlacht. Diese Strategie erfordert 3 Sachen: Geld, Kontakte in der Boxwelt, Kontakte in der Medienwelt. Al Haymon hat sie alle und das im Überfluss.

Was dabei entsteht ist zwar kein Theater, doch eine Art „Casino“. Das Haus kann verlieren, doch es gewinnt immer. Einige Experten, wie Max Kellerman bedauern dies zutiefst:

 

Der große Rest weiß nicht einmal von der Existenz Haymons. Er gibt keine Interviews, er lässt sich nicht in der Öffentlichkeit blicken, er vermeidet jegliche Informationslecks über seine Aktivitäten. Das genaue Gegenteil von Don.

Und doch ist er King.

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