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8 Methoden um sich das Gelesene zu merken

Lesen ist eine der besten Methoden, um zu lernen, zu arbeiten, oder einfach nur gut seine Zeit zu verbringen. Selbstverständlich ist es, dass nicht alle Lesen mögen, doch für die meisten Menschen ist Lesen kein Zwang, denn dank dem geschriebenen Wort beziehen wir aus dem Lesen einen Großteil der Information, die wir brauchen. Fernsehen und Radio liefern entweder Information, die wir nicht brauchen, oder Information, die wir brauchen, doch nicht in der hinreichenden Ausführung. Die größte Schwierigkeit liegt für die meisten darin, sich das Gelesene einzuprägen. Man sollte schnell Lesen können, doch wie soll man sich das alles merken? Lasst uns doch mal die Ratschläge von Psychologen anhören, die sich mit diesem Thema auseinander gesetzt haben.

 

Wiedergeben

Einige Experten sind der Meinung, dass man unbedingt das Gelesene an andere Personen weitergeben soll, indem man es ihnen, zum Beispiel erzählt. Das gilt größtenteils für Artikel, oder kurze Texte, die man schnell wiedergeben kann und von denen man die wichtigsten Informationen noch im Kopf hat. Wenn man solche Artikel liest, die auch oft eine Menge Verständnis erfordern, und sie dann an andere weitergibt, dann filtert man bei seinen Erzählungen die grundlegenden Informationen heraus und erkennt den Sinn dahinter. Daher entsteht ein System, das sich sehr leicht in unserem Gedächtnis absetzt. Natürlich sollte man diese Methode nicht als universell betrachten, ansonsten könnte man den Leuten ziemlich schnell auf die Nerven gehen.

Nie laut mitlesen

Man soll sich davor hüten, beim Lesen die Wörter auszusprechen, sei es mit dem Mund, oder im Kopf. Diese Angewohnheit verlangsamt enorm das Einprägen des gelesen, streut die Denkressourcen, lenkt ab und ermüdet dich. Dies ist eigentlich ein Ratschlag aus dem Bereich des Schnelllesens, doch gerade dadurch, dass man lernt das Gedruckte nicht auszusprechen, kann sich das Gehirn auf das Einprägen, das Ablegen der Information konzentrieren. Man sollte lernen die Wörter zu erkennen – ihre Form zu erkennen, zu scannen. Die Form verbindet man dann mit der Bedeutung und kann nun Texte überfliegen und Formen scannen. Das geschieht etwa doppelt so schnell, als wenn man die Wörter phonetisch nachsprechen würde. Wenn man sich darauf konzentriert, kann man sich diese Fähigkeit innerhalb eines Monats aneignen – und das lohnt sich.

Stichpunkte aufschreiben

Schreibe das Gelesene auf. Wahrscheinlich ist es sinnlos sowas bei Romanen zu machen(es sei denn man will sich ein paar Zitate herausschreiben), doch was Fachliteratur angeht, ist es immer noch eine sehr gute Methode das Gelesene zu merken. Am besten macht man das gleich im Buch, an den Seitenrändern. Das Buch wird hinterher wie ein Schlachtfeld aussehen, doch das ist es wert. Du hast das Buch, um dir Wissen anzueignen, nicht um ein sauberes Buch zu haben. Du kannst natürlich auch ein Heft nehmen – jedenfalls lässt sich das Geschriebene weitaus leichter einprägen.

Nach dem Aufwachen lesen

Die wichtigsten Texte solltest du früh am Morgen lesen, oder am Mittag, wenn du morgens schwer aus dem Bett kommst. Nach dem Aufwachen funktioniert das Gehirn nämlich am besten. Man sollte nicht vor dem Schlaf lesen, es sei denn es ist ein Roman, der nur zum Einschlafen gedacht ist. Auf gar keinen Fall sollten es aber wissenschaftliche Texte sein – sie können sogar noch den Schlaf stören, da sie das Gehirn zum Arbeiten anregen, während es sich bereits auf die Nachtruhe eingestellt hat. Doch dieser Ratschlag ist nicht universell, denn es gibt auch Individuen, die abends und nachts am aktivsten sind und zu dieser Uhrzeit ihre beste Gehirnleistung entwickeln. Alles hängt von unserer biologisch-zirkadianen Uhr ab – und auf die sollte man achten.

Reflektieren

Einige der Bücher, die man gelesen hat, bleiben sehr klar im Gedächtnis, während andere ziemlich schnell vergessen werden. Wie kommt das, womit hängt es zusammen? Möglicherweise wirst du feststellen müssen, dass du die Bücher, die du dir eingeprägt hast, zuvor mit anderen besprochen hast und die, die in Vergessenheit geraten sind, nur deinem eigenen Verstand überlassen hast. Tatsächlich ist es so, dass beim Reflektieren und Wiedergeben die aufgenommene Information “zementiert” wird, denn sie wird dann als höchst relevalt eingestuft(du redest nicht über belanglose Sachen – das ist die Einstellung deines Gehirnes). Gerade aus diesem Grund sind in westlichen Ländern Bücherclubs sehr beliebt. Die Mitglieder diskutieren das Gelesene, oder tragen es vor und können durch die aktive Arbeit mit bestimmter Information, diese viel einfacher einprägen.

Zusatzinfos schaffen ein Konstrukt

Bevor man das eigentliche Werk komplett liest, sollte man sich Sekundärinformationen anschauen. Dazu gehören – Inhaltsverzeichnis, kurze Zusammenfassung, Kritiken, Informationen über den Autor. All diese Informationen helfen dem Gehirn ein System aufzubauen, das später mit den hauptsächlichen Informationen aus dem Werk gefüllt wird. Unser Gehirn merkt sich bewusst nur systematische Informationen. Zusammenhangloses wird gefiltert und vergessen, um das Bewusstsein nicht zu überlasten. Daher ist es sinnvoll, erst einmal einen Überblick zu gewinnen, ein Grundgerüst zu erstellen und anhand des Gerüstes sein “Wissenshaus” zu bauen.

Komfort schaffen

Damit man effektiv lesen kann, sollte sich das Lesen komfortabel gestalten. Schau dich um – kann man in dieser Umgebung überhaupt lesen? Nichts sollte dich dabei ablenken – nicht nur ein eingeschaltetes Fernsehgerät, Radio, oder laute Nachbarn können stören, sondern auch ein zugemüllter Tisch. In deinem Blickfeld sollte sich im Idealfall nichts außer deinem Buch und der Unterlage, auf der das Buch liegt, befinden. Ebenfalls solltest du für genügend Licht sorgen. Es ist zwar ein Mythos, dass man bei nicht ausreichenden Lichtverhältnissen seine Sehkraft schädigen kann, doch das Lesen wird dabei erschwert und du willst ja so effektiv wie nur möglich sein.

Daher – alles Wegräumen, für genügend Licht sorgen und schon wirst du dir weitaus mehr merken, als du erwartest.

Peripheres Lesen

Ein weiterer Ratschlag kommt ebenfalls aus dem Bereich des Schnelllesens. Die Experten raten dazu das peripherische Sehen zu trainieren – das heißt, mit seinem Blick soviele Wörter wie nur möglich gleichzeitig zu erfassen. Hat man diese Fähigkeit auf einen gewissen Level gebracht, so kann man von oben nach unten lesen und nicht Zeile für Zeile. Es gibt eine interessante Beobachtung, die auch ich für mich vor längerer Zeit machen musste – je schneller man liest, desto mehr merkt man sich vom Text. Auch wenn ich nicht alle Worte explizit lese, so verstehe ich trotzdem den Sinn des Geschriebenen in allen Details. Das Ziel beim Schnelllesen ist, einen gewissen Flow zu erreichen, einen Lesefluss, der durch nichts unterbrochen wird(das mit den Ablenkungen hatten wir schon). Der Fluss wird oft durch eine dumme Angewohnheit unterbrochen, die sich Leseregression nennt. Das ist der Fall, wenn man denkt, etwas nicht aufs Wort genau verstanden zu haben und im Text dann zurückspringt. Regressionen sind absolut nicht notwendig, denn der Text sollte nicht aufs Wort genau verstanden sein, sondern es sollte die Information aufgenommen werden, die er auch trägt – das schafft man auch ohne Regressionen. Beim Flow wird das System schneller mit Informationen gefüllt, was das Verständnis erhöht und somit die Einprägung steigert.

Einige dieser Methoden kann man sofort anwenden, doch andere brauchen eine gewisse Übung. Nichtsdestotrotz ist der Nutzen, den man aus dem Training dieser Fähigkeiten gewinnt, enorm. Viel Erfolg dabei!

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