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Die schlimmste Strafe für einen Offizier und Gentleman

Was Harvard für einen Akademiker ist, ist West Point für einen US-Offizier, der Ort an dem er die beste Ausbildung bekommt, sein Potential vollständig entfaltet und höchste Exzellenz erreicht. West Point ist die wohl bekannteste Offizierschule der Welt und viele der Absolventen erlangen nach einer strengen und qualvollen Ausbildung hohe Positionen im US-Militär.

Ein unabdingbarer Teil einer jeden militärischen Ausbildung ist die Durchsetzung der Disziplin unter den Soldaten und dabei greifen die Schulen zum Zuckerbrot und Peitsche. Vor allem sind die vielfältigen Methoden der Bestrafung berühmt und berüchtigt – von Latrinen scheuern bis Rasen mit der Nagelschere schneiden. Die Ausbilder setzen meist harte, unangenehme Arbeit als Strafe für Vergehen der Soldaten ein. Jedoch nicht in Westpoint.

Stan McCrystal, ein 4-Sterne General der US-Streitkräfte erzählte in einem Interview, wie West Point die Strafen gestaltet. Im Gespräch betont er, dass West Point nicht die klassische 0815-Militärakademie ist, sondern eine Schule, in der die hochrangigsten Offiziere und Gentlemen ausgebildet werden. Ein Offizier hat Befehle zu befolgen und seine Untergebenen zu schützen und zu führen, ein Gentleman jedoch entwickelt gleichzeitig ein starkes Zweckbewusstsein für seinen Einsatz, er weiß wofür er das tut, was er tut.

In West Point lernt man diese Lektion, indem die Strafe einem genau den Zweck nimmt. Latrinen zu schrubben ist erniedrigend, Grashalme mit der Nagelschere zu schneiden arbeitsintensiv und ermüdend. West Point sieht den Offizier jedoch nicht als jemanden, der sich unterwerfen soll, oder als eine Arbeitsmaschine, sondern als jemanden, der eigenständig denken und handeln muss, während er auf ein Ziel hinarbeitet. Also muss ein Offizier zur Strafe seine gesamte Freizeit über auf dem Platz vor der Akademie marschieren, samt Gewehr und Ausrüstung, hin und her, den ganzen Tag.

McCrystal beschreibt es, wie eine anfangs leichte, im Verlauf jedoch unerträglich werdende Folter. Das Marschieren ist nicht viel anstrengender, als ein Spaziergang, jedoch hat es überhaupt keinen Zweck. Kein Teil dieser Welt wird dadurch besser. Lediglich die Schuhsohlen und die Steine am Vorplatz werden abgetragen. Nach einiger Zeit wünscht man sich sogar Latrinen zu scheuern, weil man hinterher zumindest sieht, dass etwas sauberer geworden ist, als zuvor. Damit hat man zumindest ein bisschen die Welt verbessert. Jedoch nicht durch das sinnentleerte Hin- und Herwandern.

Der Gentleman hat immer einen Sinn in seinem Leben. Dieser Sinn ist, diese Welt jeden Tag ein Stückchen besser zu machen und er kann sich nicht schlimmer bestrafen, als dies eines Tages zu vergessen.

About Vince March

Als einer der ersten Autoren stand Vince March bereits in den Anfängen von Men's Finest an der Seite der Gentleman Community. Durch breit gefächerte Interessen beteiligt sich Vince mit seinen Artikeln an allen Kategorien und das nicht zu selten.

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